Wie gründet man einen Tanzsport Verein?

 

Folgende Schritte sind zu tun:
 
1. Einen e.V. mit Satzung gründen und am Amtsgericht eintragen lassen. Hierbei ist darauf zu achten, dass ihr in der Satzung drinnen stehen habt, dass ihr Sport- bzw. Tanzsportverein oder ein Verein mit Sport- oder Tanzsportabteilung(en) seid. Außerdem sollte in der Satzung stehen, dass sich der Verein der Gemeinnützigkeit verschrieben hat. Desweiteren muß die Satzung einen Paragraphen enthalten, der klärt, wer das restliche Vereinsvermögen im Falle einer Auflösung bekommt. Das ist so üblich! In aller Regel wird verfügt, dass das Geld an einen anderen ortsansässigen gemeinnützigen e.V. oder eine andere gemeinnützige Organisation geht z.B. BLSV. In vereinzelten Fällen, habe ich auch schon gehört, dass das Finanzamt benannt sein will. Es empfiehlt sich also die Satzung einmal kurz beim Finanzamt vorzulegen, ob sie dort deren Vorstellungen genügt, bevor man zum Amtsgericht geht um die Eintragung perfekt zu machen.
 
2. Zum Finanzamt gehen und die gemeinnützige Anerkennung beantragen! Dazu wird meistens eine Kopie der Satzung benötig und wenn vorhanden eine Einnahmen/Ausgaben-Überschußrechnung aus den/dem Vorjahr(en).
 
3. Warten bis die Bestätigungen aus 1. + 2. vorliegen
 
4. Anmeldung beim BLSV (Bayerischer Landessport Verband). Hierzu benötigt ihr die Register-Nummer vom Amtsgericht, die gemeinnützige Anerkennung vom Finanzamt, eine Kopie eurer Satzung und eine Mitgliederliste mit Namen, Vornamen und Geburtsdatum. Die Anmeldung ist hier formlos zu stellen, d.h. ihr schreibt einfach einen Brief nach München an den BLSV mit Bitte um Aufnahme und legt die Unterlagen schon mal mit dazu. In aller Regel erhaltet ihr dann noch einen Fragebogen den ihr ausfüllen sollt, wer Vorstand ist, wer Kassenwart etc. Evtl. könnt ihr auch vorher mal anrufen, die Leute dort sind immer freundlich und hilfsbereit. Nach der Antragsstellung wird es einigezeit dauern, bis die Anerkennung offiziell ergeht, da erst der Vorstand Tagen muß um zuzustimmen, dann eine Veröffentlichung im Bayernsport erfolgt, zu der es dann noch eine Einspruchsfrist gibt und wenn die abgelaufen ist, dann kommt die Bestätigung. Das hört sich alles schlimmer an als es ist! Grundsätzlich können die keinen Sport e.V. mit gemeinütziger Anerkennung ausschließen und der Rest dieses Rituals ist in deren Satzung so festgeschrieben. Über den BLSV laufen dann die ganzen Versicherungen für den e.V. und seine Mitglieder und die GEMA-Deckung für die Unterrichtseinheiten/Trainingsabende. Großveranstaltungen bleiben auch weiterhin GEMA-Pflichtig.
 
5. Anmeldung beim LTVB (Landestanzsportverband Bayern) + DTV (Deutscher Tanzsport Verband). Alle Vereine oder deren Abteilungen die Tanzsport betreiben müssen auch im DTV Mitglied werden, da der DTV die umfassende Sporthoheit in Deutschland hat und Landesverbände wie der BLSV sind verpflichtet die Mitglieder entsprechend zuzuführen. Die Anmeldung erfolgt ebenfalls in einem formlosen Schreiben mit den gleichen Unterlagen die an den BLSV mit einer Ausnahme, die Mitgliederliste mit Namen und Co. wird nicht benötigt. Parallel mit der Anmeldung zum DTV erfolgt automatisch auch die Anmeldung an den LTVB, da er der zuständige Landesverband des DTV ist. Über den LTVB erfolgen die Beitragszahlungen für DTV und LTVB.
 
6. Kosten! An alle Sportverbände müssen einmal jährlich die aktuellen Mitgliederzahlen gemeldet werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass an alle die gleichen Zahlen gemeldet werden, da man untereinander abgleicht! Anhand der Mitgliederzahlen erstellen dann der BLSV und LTVB unabhängig von einander ihre Jahresrechnungen an die Vereine. Von dem Geld, was an den LTVB bezahlt wird, geht dann ein bestimmter Teil an den DTV. Man kann als Faustregel folgendes veranschlagen: Pro Kopf + pro Monat = 1 Euro, also 12 Euro pro Vereinsmitglied/Jahr für die Verbände! Das solltet ihr bei eurer Beitragsbemessung entsprechend berücksichtigen. 12,00 Euro eines jeden Beitags den jedes eurer Vereinsmitglieder zahlt sind dann schon einmal für die Verbände weg.
 
7. BfCW (Bundesverband für Country & Western Tanz) / GCWDA (German Country Western Dance Assossiation = dies ist der alte Name des Verbandes. Er wurde 2008 aus der Satzung gelöscht und durch den Namen BfCW ersetzt.). Im Gegensatz zu BLSV, LTVB und DTV wo die Mitgliedschaft als Tanzsportverein unumgänglich ist, ist die Mitgliedschaft in einem Bundesfachverband mit besonderer Aufgabenstellung, zu denen der BfCW gehört, freiwillig. Jedoch sollte Euer Ziel sein, dem Bundesverband beizutreten, um die Interessensgemeinschaft zu vergrößern und dadurch zu verstärken. Der BfCW vertritt bundesweit die Interessen der Country Western Tänzer in allen sportlichen Belangen und will vorallem einen höheren Bekanntheitsgrad und höhere Akzeptanz unseres Sports erreichen. Dazu ist es natürlich erforderlich, das alle das gleiche Verständnis dafür haben und mitarbeiten. Desweiteren entwickelt der BfCW Tunierordnungen und Ausbildungsordnungen, so dass z.B. die Möglichkeit besteht eine Trainerlizens für Country & Western Tanz zu erlangen. Sowas ist natürlich wieder nur mit Mitgliedschaft möglich. Der Mitgliedsbeitrag des BfCW beläuft sich auf ca. 150,00 Euro pro Verein/Jahr.
 
8. BCWTV (Bayerischer Country Western Tanzsportverband). Der BCWTV hat sich im Februar 2005 als bayerische Interessensgemeinschaft von Country Western Vereinen/Gruppen gegründet, um unseren Tanzsport zu Fördern und eine breitere Basis zu schaffen. Aus diesem Grund haben wir uns auch in die Satzung geschrieben, dass alle unsere Mitgliedsvereine in der Frist eines Jahres e.V. und Mitglied in allen vorher beschriebenen Verbänden werden sollen. Die Zusammenarbeit mit dem BfCW ist uns wichtig, auch wenn wir noch nicht als offizieller Landesverband des BfCW anerkannt sind, soll der BfCW trotzdem einen Nutzen davon haben und durch uns eine größere Bekanntheit und breitere Basis in Bayeren erlangen. Die Mitgliedschaft bei uns ist ebenfalls freiwillig. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es zur Zeit nicht. Es ist von uns Angedacht, dass wir zum einen die Vereine, insbesondere die kleineren nicht zusätzlich in ihren Kassen belasten wollen und zum anderen, wenn einmal eine Anerkennung erfolgt ist, vielleicht ein ähnliches Verfahren zu erlangen wie LTVB und DTV, der Landesverband zieht die Beiträge ein und gibt einen Teil an den Bundesverband weiter. Aber das ist nur ein kleiner Ausblick und davon sind wir schon noch einige Zeit entfernt.
 
9. Noch eine kleine Info zum Schluß! Im BfCW sind derzeit 11 Vereine aus Bayern Mitglied und erreichen damit eine Quote von ca. 33% im Verband! Bayern ist damit Mitgliedstärkstes Bundesland im BfCW.